Offene High Heels wirken unkompliziert, weil vorne nichts einengt. Bei der Anprobe zeigt sich jedoch schnell, dass gerade die sichtbare Fußposition stimmen muss. Ein Modell kann in deiner üblichen Größe gut aussehen und trotzdem beim Gehen nach vorne zu viel Bewegung zulassen. Nimm dir deshalb nicht nur Zeit für den Spiegel, sondern beobachte, was der Fuß im Schuh tatsächlich macht.
Beginne mit einem ruhig stehenden Fuß
Stell beide Füße vollständig auf den Boden und verteile dein Gewicht gleichmäßig. Die Zehen sollen entspannt auf dem Fußbett liegen, ohne sich festzukrallen oder seitlich über den Rand gedrückt zu werden. Gleichzeitig gehört der Ballen an die breiteste Stelle der Auflage. Liegt er deutlich davor oder dahinter, passt oft nicht nur die Länge, sondern die gesamte Form des Schuhs schlecht zu deinem Fuß.
Die Kanten sollten den Fuß einrahmen
Vorne darf keine Zehe über die Sohle hinausragen. Auch ein großer leerer Rand ist kein gutes Zeichen, denn er kann bedeuten, dass der Schuh zu lang ist oder der Fuß durch das Oberteil zu weit hinten gehalten wird. Schau anschließend von oben auf beide Seiten: Der Vorderfuß soll nicht über das Fußbett quellen. Ein wenig sichtbare Sohle kann normal sein; entscheidend ist, dass der Fuß mittig liegt und nichts scharf einschneidet.
Beim Gehen verändert sich das Bild
Geh nicht nur drei gerade Schritte. Wende, bleib stehen und geh noch einmal langsam los. In hohen Schuhen wandert das Gewicht nach vorn, deshalb kann eine anfangs ordentliche Zehenposition nach einigen Metern anders aussehen. Rutscht der Fuß immer weiter, ist das kein Problem, das du dauerhaft durch angespannte Zehen lösen solltest. Prüfe lieber, ob eine andere Größe, eine andere Weite oder ein weiter nach vorn reichendes Oberteil besser führt.
Ferse und Oberteil gehören zur selben Anprobe
Bei Sandaletten beobachtest du zusätzlich den Fersenriemen: Bleibt er an seiner Stelle oder rutscht er bei jedem Schritt? Bei Pantoletten darf sich die Ferse konstruktionsbedingt lösen, der Schuh sollte aber nicht unkontrolliert am Fuß schlagen. Das Oberteil vorn muss den Fuß halten, ohne Druck auf eine einzelne Kante zu konzentrieren. Ein engerer Verschluss macht aus einem unpassenden Leisten nicht automatisch einen passenden.
Teste so, wie du den Schuh tragen möchtest
Probier Open-Toe-Heels möglichst zu der Tageszeit an, zu der du sie später oft trägst, und mit den Strümpfen oder barfuß, wie es für deinen Anlass geplant ist. Bleib auf einem sauberen, festen Untergrund, solange du noch über eine Rückgabe entscheidest. Ein paar Minuten reichen nicht für jeden langen Abend, aber sie zeigen dir bereits, ob du ruhig auftreten kannst oder ständig nach Halt suchst.
Eine gute Anprobe sollte deine Geschicklichkeit nicht auf die Probe stellen. Der Schuh darf besonders aussehen, doch dein Fuß sollte darin selbstverständlich wirken: vollständig auf dem Fußbett, ohne Überstand und ohne dauernde Korrektur bei jedem Schritt.